Es gibt hier nicht nichts zu tun. Aber etwas anderes gibt es auch nicht

by Marvpaul

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about

Clemens Techmer - Gitarre, Akkordeon, Gesang
Gregor Poglitsch - Bass
Maximilian Haberland - Keyboard
Johannes Dörre - Schlagzeug

credits

released January 14, 2012

Mit dem deutschen Indierock verhält es sich momentan so, wie es sich mit dem restlichen Musikmarkt verhält: Er liegt brach. Es gibt wenig Material, über das man wirklich diskutieren könnte. Und wenn etwas Neues erscheint, verfliegt die frühe Begeisterung recht schnell.

Gisbert zu Knyphausen, das ist einer, der noch begeistern kann. Das neue Kettcar Album „Zwischen den Runden“ wurde ebenfalls euphorisch angenommen und das zu recht. Doch was genau sollen die noch retten? Eine Szene, die Tim Bendzko im letzten Jahr untergraben und dann zerstört hat? Eine Szene, die ernsthaft in Frage stellt wie gut Thees Uhlmanns Soloalbum war?

Wie gut, dass nun tatsächlich die Jungen antreten, um sich an der Wiederbelebung zu versuchen. Und wenn ich „Jungen“ schreibe, dann meine ich das auch. Sie sind gerade frisch an der Uni, stammen aus dem Münchner Umland und nennen sich Marvpaul. Clemens Techmer spielt neben Gitarre Akkordeon, Gregor Poglitsch Bass, Maximilian Haberland Keyboard und Johannes Dörre Schlagzeug. Ihr Debüt, das am 14. Januar erschien, nennen sie „Es gibt hier nicht nichts zu tun, aber etwas anderes gibt es auch nicht.“ Darauf klingen sie wie Franz Ferdinand, hätten diese im Jetzt ihr erstes Album aufgenommen, legen schweres Klavier und psychedelisches Glockenspiel zu einem Horrorfilmintro übereinander und rappen über eine videospielartige Melodie. Dieser Sprechgesang legt einen Vergleich mit Casper nahe (der ja letztes Jahr auch stark am Retten war) - wenn der Refrain wütend wird zumindest. Doch die Jungs können auch Chanson (kling nach Chanson, heißt nach Chanson, handelt von Chanson) und nun, dann wird's punkig. Ein weiteres Spektrum und sicher, es drängt sich der Kraftklubvergleich auf ... wenn es denn so wäre. Denn Marvpaul sind wesentlich innovativer als Kraftklub - die sollen bitte einfach nicht versuchen, etwas zu retten.

Immer wieder ein Thema - die Stadt. Die verpassten S-Bahnen, die verrauchten Clubs, der Sternenhimmel. Es ist wunderschön, weil so authentisch. Neben dem Titeltrack sind „Diese Tage sind goldwert“ und „Auf nach irgendwohin“ echte Highlights. Frisches Material, über das man sich nicht streiten muss.
(Serendipity Magazin - Februar 2012)

Produziert von Marvpaul und Martin M. Hermann (Syronic Tunes)
Mastering von Michael Heilrath (Bereich03)
Design, Coverfoto und Artwork von Elena Tschaffon
Portraits von Anna-Lena Zintel

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